Jahreskreis: Beltane

von Elisabeth Püschmann am 29.04.2020 ⋅ aktualisiert am 28.04.2020 21:04 ⋅ Weitsicht, Jahreskreis

Netzwerkpartnerin und Kräuterfrau Elisabeth Püschmann führt uns durch den Jahreskreis. Herzlichen Dank.

Beltane – ein Fest der wilden Weiber…!? Ein Fest der Lust, der Freude, bei der wir um das Feuer tanzen und über unsere Schatten springen. Das Fest zum Mai-Vollmond. Die Symbolik des Jahreskreises der Natur lautet: Das Pflänzchen ist zur Blütenknospe herangewachsen, die Knospe öffnet sich, umworben von Schmetterlingen und Bienen.

Der Sonnengott steht nun da in strahlend jugendlicher Gestalt. Die Pflanzengöttin, die Tochter der alten Erdmutter, legt ihr schönstes buntes Blumengewand an. In der Nacht des Mai-Vollmondes wird das junge Götterpaar vermählt. Die gesamte Natur feiert mit. Auch die Menschen werden vom Fest mitgerissen. Dieselbe Lebenskraft strömt auch durch sie hindurch. Seit uralter Zeit holten die Burschen eine Birke oder Fichte aus dem Wald, schälten sie und stellten den Pfahl in der Mitte des Dorfes auf. Die Pfahlspitze durchdrang einen Kranz aus frischem Grün und Blumen. Bänder schmückten den Kranz. Der Maibaum mit seiner kranzumfassenden Spitze ist das Symbol dafür. Die Menschen tanzten Reigen um den Baum, sangen Lieder und feierten ausgelassen. Überreste dieser Tänze finden sich heute noch in den oft recht braven Bändertänzen mit all seinen Verwicklungen.

Die Amtskirche machte das Maifest zum Tag der Heiligen Walpurga, einer englischen Benediktinerin. Sie war Äbtissin des Klosters Heidenheim und Missionarin auf dem noch größtenteils heidnischen Festland. Das Pfingstfest, Fronleichnam und Christei Himmelfahrt gehören zu den Festlichkeiten, die an die Stelle der alten heidnischen Feste gesetzt wurden. Die Blütenbetten der Minneburgen leben weiter in den schönen Blumenteppichen, welche die Bauersfrauen in ländlichen Regionen an Fronleichnam noch immer auf den Dorfstraßen auslegen. Auch heute noch wird die Maibowle, hergestellt aus Wein und dem im Wald blühenden Waldmeister, getrunken.

Das Fest der wilden Weiber…?! Ein Fest über die Entfaltung der Schönheit der Frau in ihrem ganzen Sein! Erkannt und umworben vom Leben und der Liebe! Frage Nichts! Feiere dich pur!


Autorin:
Kräuterfrau Elisabeth Püschmann
Kräuterpädagogik BNE  (Bildung für nachhaltige Entwicklung)
KRÄUTER-GUT- sie tun gut - sie schmecken gut – sie sind gut – sie sind ein Gut,
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